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Chaos, Kunst und Kollaboration

Was passiert, wenn eine Social Media-Seite ihren Usern eine freie Fläche zur Verfügung stellt? Reddit hat sich in seinem alljährlichen April Fools-Experiment damit auseinandergesetzt.

Das Problem an einem halbgaren Digital Sabbatical ist, dass das aktuelle Weltgeschehen doch irgendwie durchsickert. Um nicht im nebulösen Halbwissen zu ertrinken, wirft man dann kurz nen Blick ins mediale Schattentheater und ergötzt/erregt sich an den geopolitischen Ränkespielen, die bei Game Of Thrones oder House Of Cards wegen Unglaubwürdigkeit wohl längst auf dem Boden des Cutting Rooms gelandet wären. Nach globaler Kommunikation oder gar Kollaboration sieht das alles jedenfalls nicht aus. Eher nach zunehmend regressivem Fäkalienwerfen.

Konsequent zu Ende gedacht, kommt da die Frage auf, ob Unsicherheit und Chaos das Schicksal der Menschheit ist. Quasi das logische Resultat dieser kuriosen Simulation, basierend auf ein paar physikalischen Gesetzen, einer Auswahl biologisch begründeter Verhaltensmöglichkeiten und sonst mehr oder weniger Raum für die Ausbreitung eines augenscheinlich freien Willens (lassen wir für den Moment die Glaubensebene mal weg, sonst artet es aus). All unsere Sorgen, Träume und Bedürfnisse: letztendlich nur Zeilen eines Codes, cursed to end in entropy. Das tut ein bisschen weh, weil doch aus subjektiver Sicht vieles ganz wahnsinnig bedeutsam erscheint: Die wahre Rolle des orangegefiederten POTUS,  der Opel mit der Aargauer Nummer, der (schon wieder) auf dem Lieblingsparkplatz steht, Person X, die neulich etwas komisch gekuckt hat, als man sie um halb vier Uhr morgens in einer Bar angetroffen hat.

Durchaus recht wichtig, das alles. Da muss Ordnung und Übersicht rein; bloss keine Unsicherheit, bloss kein Chaos.

Um so faszinierender, wenn man dann selbst Zeuge eines Experiments werden darf, welches die Mikro-, Makro- und Metaebene unseres menschlichen Beisammenseins wunderbar aufzeigt. Und das gerade dank dem Chaos.

Am 1. April wurde in einem Subforum von Reddit (die selbsternannte „Frontpage of the Internet“) eine 1024 X 1024 Pixel grosse, leere Fläche zur Verfügung gestellt, versehen mit denkbar simplen Regeln: alle paar Minuten hatte man die Möglichkeit, die Farbe eines einzelnen Pixels zu bestimmen. Nach 72 frenetischen Stunden endete „r/place“ und die, vermutlich in die Millionen gehenden, Teilnehmer rieben sich die Augen.

Was war in den 72 Stunden geschehen? Erst mal nicht allzu viel, ein bisschen wahllose Farbspielerei. Dann entstanden Muster, Patterns, erste Schriftzüge. Es wurde klar, hier wird zusammengearbeitet. Die User lernten mit den Regeln zu spielen und erstellten Scripts, die komplexe Symbole ermöglichten. Populär waren (what else) Abbilder diverser Memes, bald kamen bekannte Logos und Kunstwerke hinzu.

Kommunikation lief vor allem über r/place, aber auch in einer wachsenden Zahl eigens erstellter Subreddits wurde eifrig diskutiert. Taktiken wurden entwickelt, um z.B. die eigenen Werke vor Invasion zu schützen, mit Anderen zu fusionieren oder Neue zu gestalten.

Es dauerte nicht lange, bis sich expandierende Nationalflaggen in die Quere kamen und „Krieg“ ausbrach. Schweden vs. Dänemark, Iran vs. Pakistan, Deutschland vs. Frankreich. Auf den Krieg folgte der Frieden und das paneuropäischen Schlachtfeld zeigte am Ende eine Europaflagge. Der Auftritt einer offenbar führungslosen, alles verschlingenden schwarzen Masse in der Mitte des Feldes liess Trump-Anhänger und -Gegner zu Verbündeten werden und inmitten des vormals schwarzen Lochs wehten schliesslich die Stars & Stripes. Und das sind gerade mal eine Handvoll von unzähligen kollaborativen oder kompetitiven Schauplätzen. Das Endresultat war ein unermesslich reiches, kurioses und faszinierendes Sammelsurium der Netzkultur, Stand 2017.

 

 

Aber was genau war, oder ist nun „r/place“? Nur eine weitere Variante des Open Canvas wie Drawball oder der MillionDollarHomepage, nur jetzt, Dank der Reddit-Dynamik mit mehr Aufmerksamkeit? Ist es der visualisierte Fiebertraum eines kurzlebigen Cloud-Bewusstseins, eine Art Urform (semi-)künstlicher Intelligenz? Bloss eine chaotische und irrelevante Sammlung aktueller Memes? Eine Gesellschafts-Simulation, zynisch durchgeführt als Aprilscherz? Oder gar eine faszinierende Analogie zur Allgemeingültigkeit der hinduistischen Dreifaltigkeit aus Kreation, Erhaltung und Zerstörung, wie es der US-Blog Sudoscript sehr eloquent formulierte? Reddit selbst versuchte gar nicht erst eine abschliessende Antwort zu finden, sondern postete zwei Wochen später eine knappe Zusammenfassung, die weiteres Stöbern erleichtert, samt links zu User-generierten Timelapse-Videos, interaktiven Karten und sogar einer animierten Heatmap.

 

 

r/place war ein bisschen von allem und gleichzeitig viel mehr. Das ist zwar eine sehr unbefriedigende Schlussfolgerung, aber auch ein Hinweis darauf, dem Chaos nicht immer ganz so ängstlich gegenüber zu treten. Wenn mit so wenigen Regeln in so kurzer Zeit aus Nichts etwas so Vielschichtiges entstehen kann, alleine auf Grund von Kollaboration und Kooperation, dann wird klar, was eigentlich möglich ist. Zeit, dem Chaos auch mal eine Chance zu geben und einfach mitzumachen, egal ob Simulation oder nicht.

 

Gastblogger Nik von Frankenberg ist freischaffender Musiker, Blogger und Handlanger.

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Crowdfunding. Wie finanziere ich mein Projekt?

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Wenn sich 10 Menschen einen ganzen Tag lang in einem kreativen Raum einsperren, mit Flipchart-Papier und all den anderen Dingen die einen kreativen Prozess fördern, dann hat man am Ende des Tages wahrscheinlich 10 neue und potenzielle Geschäftsideen. Es mangelt in unserer Gesellschaft eigentlich nie an guten bis sehr guten Ideen, die Schwierigkeit besteht immer darin, die neue Geschäftsidee umzusetzen und auf die eigenen Füsse zu stellen.

Oftmals scheitert die Umsetzung am nicht vorhandenen Startkapital bzw. Kleingeld um die nötigen Investitionen tätigen zu können. Das Produkt oder die Dienstleistung muss vorproduziert werden, es braucht eine Internetseite, Geld für Werbung und Marketing, eventuell ein Büro mit Infrastruktur, und, und, und. Es braucht also in den meisten Fällen eine Anschubfinanzierung um das Projekt starten zu können.

Was also tun? Einen Kredit bei einer Bank aufnehmen und sich verschulden? Vielleicht um Venture Capital (Risiko-Kapital) im grossen Haifischbecken pitchen. Oder wie wäre es mit einer eigenen Crowdfunding-Kampagne? Plattformen für Crowdfunding gibt es ja mittlerweile wie Sand am Meer und sind für Jede/n relativ einfach nutzbar.

Jeder von uns wurde wahrscheinlich schon einmal in den letzten Monaten von einem Freund oder einer Freundin auf eine Crowdfundig-Kampagne aufmerksam gemacht. Sei es nun kickstarter (2), wemakeit (3) oder auch startnext (4). Von Filmen, Spielen und Musik bis zu Kunst, Design und Technologie findest du z.B. auf Kickstarter eine beachtliche Menge von großen und kleinen Projekten, die dank der direkten Unterstützung von Menschen ins Leben gerufen und finanziert werden. Projektgründer legen dabei das Finanzierungsziel fest.

Wem das Projekt gefällt, der kann Geld zu seiner Verwirklichung beisteuern. Als Dankeschön bieten die Projektgründer verschiedensten Belohnungen an: So erhalten die Unterstützer eines Projekts zur Fertigstellung eines Buches oder Filmes oft ein Exemplar des fertigen Werks. Eine Belohnung für einen größeren Beitrag zur Förderung eines Filmes könnte die Einladung zur Premiere sein. Aber das nun als keine Beispiele wie u.a. ein Crowdfunding funktionieren kann. Klingt doch eigentlich ganz einfach, oder?

Doch was sind einige Grundregeln, damit deine Geschäftsidee oder dein kleines Projekt auch einen Erfolg haben kann? 

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Eigene Community aufbauen.

Eine Crowdfunding-Kampagne funktioniert selten ohne eine eigene Community, ohne ein eigenes Netzwerk. Daher empfiehlt es sich, möglichst lange vor dem Crowdfunding mit dem Aufbau einer Fan-Gemeinde zu beginnen und die potenziellen Unterstützer über soziale Netzwerke wie Facebook, Twitter oder auch Instagram anzusprechen. Projektinhaber sollten ihre Community nicht mit Marketing-Blabla verstören oder langweilen, sondern sie am Prozess beteiligen und in das Projekt mit einbeziehen.

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Projekt erlebbar gestalten

Je mehr man das zu unterstützende Projekt erleben kann, desto positiver wirkt sich dies auf die Finanzierung aus. Storytelling ist also unglaublich wichtig.

Es zeigt sich auch beim Crowdfunding immer wieder, dass die Menschen gerne Geschichten hören oder lesen und mit Informationen versorgt werden wollen, die einen Mehrwert für sie darstellen.

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Time-Management beachten

Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Zeit und man sollte den zeitlichen Aufwand nicht unterschätzen. Viele Crowdfunder sprechen von einem 24/7-Job, da sie E-Mails an potenzielle Unterstützer sowie Updates auf Facebook, Twitter und Co schreiben, Telefonate führen und die eigenen Team-Mitglieder koordinieren müssen. Eine Crowdfundig-Kampagne macht man also nicht im vorbeigehen.

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Visuelle & ansprechende Darstellung

Die visuelle, ansprechende und klare Darstellung des Projektes ist natürlich auch von größter Wichtigkeit. Potenzielle Geldgeber sollten so leicht wie möglich das zu finanzierende Vorhaben verstehen. Die beste Variante ist ein Pitch-Video, in dem Sie auf authentische und überzeugende Art und Weise die Projektidee zu erklären. Dazu sind gute Fotos und eine leicht verständliche Projektbeschreibung das A&O.

Im Crowdfunding dreht immer sehr viel um das Thema Vertrauen. Deshalb sollte man von Anfang den Menschen zeigen, wer man ist und wie man aussieht. Die Masse investiert grundsätzlich viel lieber in Projekte, hinter denen sich ein Gesicht verbirgt.

Zusammenfassung:

  1. Community aufbauen
  2. Projekt erlebbar gestalten
  3. Time-Managament
  4. Visuelle & ansprechende Darstellung

An dieser Stelle möchten wir Euch einmal ein erfolgreiches Projekt auf kickstarter.com ans Herz legen. Die visuelle Darstellung und die Erlebbarkeit einer erfolgreichen Kampagne werden hier sehr effizient sichtbar.

Das war jetzt ein kleiner Ausflug zum Thema Crowdfunding hier auf eyeloveyou.ch (1) mit den wichtigsten Tipps und Anregungen zu der spannenden Finanzierungsmöglichkeit. Es gibt einen entscheiden Unterschied zwischen Crowdfundig und Crowdinvest. Was genau Crowdinvest ist, lest ihr bald hier wieder.

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LINKS:

Gastblogger Sebastian Bensmann ist Gründer des Blogs hydrophil.ch und der gleichnamigen WASH-Marke HYDROPHIL aus Hamburg.

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